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Kreis der Freunde des Bauhauses

Treffpunkt für Interessierte und Förderer des Bauhaus Dessau

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90 Jahre Bauhaus
An keinem Ort ist das Bauhaus so präsent wie in Dessau: Hier stehen die weltberühmten Bauhausbauten von Walter Gropius, Hannes Meyer, Carl Fieger, Georg Muche und Richard Paulick, die jährlich von über 100.000 Besuchern aufgesucht werden. Und hier veranstaltet die Stiftung Bauhaus Dessau mit Kooperationspartnern aus dem In- und Ausland im Jubiläumsjahr über 20 Veranstaltungen: Workshops, Ausstellungen, Symposien, Radioperformances, Theater- und Tanzprojekte, künstlerische Installationen, Vorträge, Feste, eine Sommerschule und vieles mehr. Ein Teil der Veranstaltungen vermittelt das Bauhauserbe, andere schreiben Bauhausideen an aktuellen Themen in der Gegenwart fort. Mit unterschiedlichen experimentellen Formaten sind alle Bauhausbauten in das Veranstaltungsprogramm einbezogen. Weitere Veranstaltungen der Stiftung Bauhaus Dessau finden in Berlin statt. Die Stiftung Moritzburg im nahe gelegenen Halle widmet sich in einer großen Ausstellung dem Spätwerk des Bauhausmeisters Lyonel Feininger. Mehr...

Wahl des neuen Vorstands
Am Samstag trafen sich die Dessauer Freunde des Bauhauses zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im Bauhausgebäude. Zentrum der Veranstaltung war die Wahl eines neuen Vorstandes – nach vier Jahren Dienstzeit werden die Mitglieder um den Vorsitzenden Dr. Jürgen Heyer abgelöst durch Hubert Ernst, Klaus-Peter Kramer, Wolfgang Maas, Prof. Philipp Oswalt und Prof. Dr. Cristos Zouboulis. Neben der Wahl des neuen Vorstands wurde auf der Sitzung die Einrichtung eines Kuratoriums mit beratender Funktion beschlossen. Ihm sollen herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angehören, die genaue Zusammensetzung steht jedoch noch nicht fest.

Der neue Vorstand nimmt seine Arbeit ab sofort auf. Ein wichtiger Bestandteil seiner Tätigkeit wird die Pflege der lokalen Wurzeln des Freundeskreises und der Ausbau der Zusammenarbeit mit Stiftung und Stadt – auch auf inhaltlicher Ebene – sein. Zugleich wollen die Freunde des Bauhauses natürlich auch überregional wirken und jenseits der Grenzen Dessaus für den Bauhausgedanken und sein Erbe werben.

Über den Freundeskreis
Quelle: arsprototo - Magazin der Kulturstiftung der Länder, 12/06
Kreis der Freunde des Bauhauses
Gäste, Laien wie Profis, beobachten und bestaunen das Bauhaus Gebäude an diesem Herbsttag im Rahmen eines bunten Festes exakt achtzig Jahre nach seiner ursprünglichen Eröffnung. Unter ihnen sind auch die Mitglieder des Kreises der Freunde des Bauhauses, die zum feierlichen Abschluss der grundlegenden Sanierungsarbeiten dieses Weltkulturerbes angereist sind, um die begleitende Ausstellung zur „Ikone der Moderne“ zu besuchen, um an der Konferenz zum „modernen Internationalismus“ teilzunehmen und um überrascht festzustellen, dass dieses Gebäude - dessen Bild über Jahrzehnte durch die berühmten Schwarz-Weiß-Fotografien geprägt war - farbiger und sogar ornamentaler in Erscheinung tritt als vor der persönlichen Inaugenscheinnahme für möglich gehalten wurde.
„Das Bauhaus ist achtzig und es brummt“, sagt Dr. Jürgen Heyer, der Vorsitzende des Kreises der Freunde. „Beinahe ebenso alt und ebenso vital wie der gebaute Jubilar des heutigen Tages ist die Idee seines Freundeskreises. Bereits 1924 rief Walter Gropius unseren Vorläufer ins Leben“, dessen Kuratorium so bekannte Persönlichkeiten angehörten wie Peter Behrens, Marc Chagall, Albert Einstein oder Arnold Schönberg. Sie unterstützten begabte aber mittellose Studierende, kauften Bauhausprodukte an und organisierten Vorträge und Theaterveranstaltungen. „Daran knüpfen wir mit unserer heutigen Arbeit natürlich an.“ Der 2001 wieder gegründete Kreis der Freunde des Bauhauses ist ein Treffpunkt für Interessierte und Förderer des heutigen Bauhauses.
Er unterstützt damit die Stiftung Bauhaus Dessau in ihrer Arbeit zu national wie international relevanten Fragen des Urbanen. „Das Hauptaugenmerk seines Engagements“, betont Heyer, „legt der Kreis der Freunde auf die Förderung des Bauhaus Kollegs, das internationale Postgraduiertenprogramm der Stiftung Bauhaus Dessau.“ Fern von universitären Schranken bietet das außergewöhnliche Lehrangebot Architekten, Designern, Künstlern und Geisterwissenschaftlern aus aller Welt die Möglichkeit, sich auf interdisziplinäre und zugleich experimentelle Art und Weise mit aktuellen Themen der Stadtgestaltung auseinander zu setzen. „Nicht zuletzt mit Hilfe des Freundeskreises haben mittlerweile Kollegiaten aus über 30 Ländern an dem einjährigen Lehrprogramm in englischer Sprache teilgenommen.“
Neben den Stipendien unterstützt der Kreis der Freunde das Bauhaus Kolleg vor allem mit der Einladung international bekannter Referenten und Gastkritiker und fördert damit die berufliche Entwicklung junger Menschen an einem besonderen Ort für Gestaltung, Forschung und Lehre. Auf diesem Weg werden junge Gestalter herangeführt an so unterschiedliche Aufgaben wie etwa den städtischen Wiederaufbau nach Kriegen in Mostar und Kabul, die urbanen Entwicklungen entlang der Transitstrecke zwischen Berlin und Moskau nach 1989, den Einfluss der neuen Medien auf unsere Wohn- und Arbeitsweise oder die Verbesserung der Lebensbedingungen in einem Slum-Gebiet in Rio de Janairo.
Darüber hinaus fördert der Freundeskreis beispielsweise auch künstlerische Projekte und den Bauhaus Award, mit dem in jedem Jahr junge Gestalter für herausragende Arbeiten ausgezeichnet werden. Die Stiftung Bauhaus Dessau und der Kreis der Freunde verbinden das Erbe und das Aufgabenspektrum des Bauhauses der 20er Jahre mit gestalterischen Herausforderungen unserer Gegenwart. „Ein gewaltiges Themenspektrum“, resümiert Heyer, „das uns bisweilen staunen lässt, das die Phantasie des Praktikers in Schwung bringt – und das immer mehr Freunde einfach gut brauchen kann.“ Und in der Tat präsentiert sich das Bauhaus nach der abgeschlossenen Sanierung am Jubiläumstag als ausgesprochen lebendig und farbig.

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