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Kreis der Freunde des Bauhauses

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Gewählt zur Mitgliederversammlung am 14.06.2013
Christoph Stölzl ist neuer Vorsitzender des Kreises der Freunde des Bauhauses e.V. Der heutige Präsident der Weimarer Hochschule für Musik „Franz Liszt“ und vormalige Berliner Kultursenator wurde am vergangenen Wochenende gewählt. Der 69 Jahre alte Neffe der einzigen Bauhausmeisterin Gunta Stölzl ist dem Bauhaus Dessau seit Jahren eng verbunden. In den letzten Tagen der untergehenden DDR sorgte seine Intervention bei den entsprechenden Bundesbehörden in Bonn dafür, dass die schutzlos gewordene Einrichtung vor dem Aus bewahrt werden konnte. In seiner neuen Funktion will sich Stölzl besonders dafür einsetzen, dass die Stiftung Bauhaus Dessau ihr Ausstellungshaus erhält. „Ich bin seit über einem halben Jahrhundert ein natürlicher Freund des Bauhauses und freue mich jetzt sehr, dies auch in der Praxis zeigen zu können“, sagte Stölzl.
Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, zeigte sich nicht minder erfreut: „Für die Stiftung Bauhaus Dessau ist es ein absoluter Gewinn, Christoph Stölzl gewonnen zu haben. Ich verstehe seine Wahl aber auch als Zei-chen einer engen Verbundenheit und Kooperation zwischen den Bauhausstädten Des-sau und Weimar. Gerade auf dem Weg zum 100. Bauhausjubiläum in sechs Jahren ist dies entscheidend. Christoph Stölzl ist nicht nur ein leidenschaftlicher Anwalt für die Pflege des Bauhauserbes, sondern gehört zu den führenden Intellektuel-len dieses Landes. In seinen Jahren als Generaldirektor des Deutschen Histori-schen Museum hat er sich überdies als glänzender Ausstellungsmacher hervorge-tan. Kein Wunder, dass sich die Stiftung Bauhaus Dessau von ihm viele Impulse erhofft.“

Christoph Stölzl hatte als Zeichen seiner Verbundenheit der Stiftung am vergan-genen Wochenende eine farblich bauhausige Krawatte überreicht, die seine Tante Gunta in ihrer Schweizer Exilzeit in den Dreißigerjahren gewebt hatte.

Der Freundeskreis dankte dem langjährigen Vorsitzenden Hubert Ernst für dessen Verdienste und wählte ihn zu seinem Ehrenmitglied. Als neue Beisitzer wurden Nicky Meißner, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft Dessau und der Wit-tenberger SPD-Politiker Arne Lietz aufgenommen.

Informationsort in Törten
In der Bauhaussiedlung Dessau-Törten informiert eine Dauerausstellung, die über Geschichte und Gegenwart der zwischen 1926 und 1928 nach Plänen von Bauhausgründer Walter Gropius entstandenen Anlage. Durch die großzügige Unterstützung des Kreises der Freunde des Bauhauses e.V. war es möglich, die Ausstellung im von Gropius entworfenen ehemaligen Konsumgebäude einzurichten.
Die Siedlung im Dessauer Süden ist der Inbegriff der Rationalisierung im Bauen. Sie war zur damaligen Zeit ein Experiment, um auf die sich drastisch verschlechternde Wohnsituation zu reagieren. Der Reichstag hatte im März 1926 ein Gesetz zur Förderung des Wohnungsbaus verabschiedet und einen Ausschuss ins Leben gerufen, der neue Wege der Rationalisierung und Finanzierung des Bauwesens erforschen sollte. Es war die Politikerin Marie-Elisabeth Lüders, die 1927 beantragte, einen Teil der Fördersumme für Versuchsarbeiten auszugeben. Das kam der Törtener Siedlung zugute. Verschiedene Materialien und Bautypen wurden getestet, auch die Organisation der Baustelle entsprach modernsten Logistikkonzepten. Mit Törten ist auch ein Streit innerhalb des Bauhauses verbunden – auf der einen Seite Gropius‘ Plädoyer für das Einfamilienhaus, auf der anderen Hannes Meyers Eintreten für den Etagenbau. Nicht zu vergessen die Debatte über das richtige Material: Stein oder Beton?
Das Informationszentrum im ehemaligen Konsumgebäude soll Bauhaustouristen aus aller Welt mit den Ideen von Gropius vertraut machen, die Experimentalbauten – wie das Stahlhaus von Georg Muche und Richard Paulick und das Wohnhaus von Carl Fieger – vorstellen und auf die Laubenganghäuser von Hannes Meyer hinweisen. Gleichzeitig soll das Haus ein Ort der Törtener Bewohner werden.


Quelle: arsprototo - Magazin der Kulturstiftung der Länder, 12/06
Kreis der Freunde des Bauhauses
Gäste, Laien wie Profis, beobachten und bestaunen das Bauhaus Gebäude an diesem Herbsttag im Rahmen eines bunten Festes exakt achtzig Jahre nach seiner ursprünglichen Eröffnung. Unter ihnen sind auch die Mitglieder des Kreises der Freunde des Bauhauses, die zum feierlichen Abschluss der grundlegenden Sanierungsarbeiten dieses Weltkulturerbes angereist sind, um die begleitende Ausstellung zur „Ikone der Moderne“ zu besuchen, um an der Konferenz zum „modernen Internationalismus“ teilzunehmen und um überrascht festzustellen, dass dieses Gebäude - dessen Bild über Jahrzehnte durch die berühmten Schwarz-Weiß-Fotografien geprägt war - farbiger und sogar ornamentaler in Erscheinung tritt als vor der persönlichen Inaugenscheinnahme für möglich gehalten wurde.
„Das Bauhaus ist achtzig und es brummt“, sagt Dr. Jürgen Heyer, der Vorsitzende des Kreises der Freunde. „Beinahe ebenso alt und ebenso vital wie der gebaute Jubilar des heutigen Tages ist die Idee seines Freundeskreises. Bereits 1924 rief Walter Gropius unseren Vorläufer ins Leben“, dessen Kuratorium so bekannte Persönlichkeiten angehörten wie Peter Behrens, Marc Chagall, Albert Einstein oder Arnold Schönberg. Sie unterstützten begabte aber mittellose Studierende, kauften Bauhausprodukte an und organisierten Vorträge und Theaterveranstaltungen. „Daran knüpfen wir mit unserer heutigen Arbeit natürlich an.“ Der 2001 wieder gegründete Kreis der Freunde des Bauhauses ist ein Treffpunkt für Interessierte und Förderer des heutigen Bauhauses.
Er unterstützt damit die Stiftung Bauhaus Dessau in ihrer Arbeit zu national wie international relevanten Fragen des Urbanen. „Das Hauptaugenmerk seines Engagements“, betont Heyer, „legt der Kreis der Freunde auf die Förderung des Bauhaus Kollegs, das internationale Postgraduiertenprogramm der Stiftung Bauhaus Dessau.“ Fern von universitären Schranken bietet das außergewöhnliche Lehrangebot Architekten, Designern, Künstlern und Geisterwissenschaftlern aus aller Welt die Möglichkeit, sich auf interdisziplinäre und zugleich experimentelle Art und Weise mit aktuellen Themen der Stadtgestaltung auseinander zu setzen. „Nicht zuletzt mit Hilfe des Freundeskreises haben mittlerweile Kollegiaten aus über 30 Ländern an dem einjährigen Lehrprogramm in englischer Sprache teilgenommen.“
Neben den Stipendien unterstützt der Kreis der Freunde das Bauhaus Kolleg vor allem mit der Einladung international bekannter Referenten und Gastkritiker und fördert damit die berufliche Entwicklung junger Menschen an einem besonderen Ort für Gestaltung, Forschung und Lehre. Auf diesem Weg werden junge Gestalter herangeführt an so unterschiedliche Aufgaben wie etwa den städtischen Wiederaufbau nach Kriegen in Mostar und Kabul, die urbanen Entwicklungen entlang der Transitstrecke zwischen Berlin und Moskau nach 1989, den Einfluss der neuen Medien auf unsere Wohn- und Arbeitsweise oder die Verbesserung der Lebensbedingungen in einem Slum-Gebiet in Rio de Janairo.
Darüber hinaus fördert der Freundeskreis beispielsweise auch künstlerische Projekte und den Bauhaus Award, mit dem in jedem Jahr junge Gestalter für herausragende Arbeiten ausgezeichnet werden. Die Stiftung Bauhaus Dessau und der Kreis der Freunde verbinden das Erbe und das Aufgabenspektrum des Bauhauses der 20er Jahre mit gestalterischen Herausforderungen unserer Gegenwart. „Ein gewaltiges Themenspektrum“, resümiert Heyer, „das uns bisweilen staunen lässt, das die Phantasie des Praktikers in Schwung bringt – und das immer mehr Freunde einfach gut brauchen kann.“ Und in der Tat präsentiert sich das Bauhaus nach der abgeschlossenen Sanierung am Jubiläumstag als ausgesprochen lebendig und farbig.

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